Donnerstag, 14. Juli 2011

07.07.

Donnerstag: Gestern abend hat Christian noch entdeckt, dass sein unteres Lager vom Traggelenk vorne links defekt ist. Vor Ort ist nichts zu machen. Daher sind Christian, Frank, Micha und ich morgens um 7 Uhr langsam ins 32km entfernte Medvezhyegorsk gefahren. Dies ist der nächst größere Ort, liegt auch noch an der M18. Ziemlich schnell haben wir einen Betriebshof gefunden, auf dem wir schrauben durften. Iwona und Mariusz sind 150km nach Petrozavodsk gefahren, um ein neues Lager zu kaufen. Sicherheitshalber haben sie direkt zwei Lager mit gebracht, dazu noch Dichtungen, insgesamt haben die Teile ca. 5 € gekostet. Inzwischen wurde das alte Lager ausgebaut. Dabei hat uns Alexander, der zufällig vorbei kam, tatkräftig unterstützt. Während wir auf das neue Lager warteten, haben wir nach einer Phase des Nichtstun die noch verbleibende Zeit genutzt, den Dachgepäckträger von Micha sowie den Nachschalldämpfer von Christian zu schweissen. Beim Einbau des neuen Lagers stand uns Alexander wieder tatkräftig zur Seite. Vielen Dank noch mal dafür.
Gegen 22.00 Uhr war die Reparatur erfolgreich beendet und nach einem gemeinsamen Abendessen saßen wir noch mit Iwona und Mariusz bis 2.00 Uhr morgens zusammen. Die anderen hatten einen Platz in der Stadt am See gefunden, aber wir haben die Nacht gegen einen geringen Obolus von 100 Rubel auf dem Betriebshof verbracht.

gefahrene Kilometer: 32km

06.07.

06.07.

Mittwoch: Wie jeden Tag wecken um 6 Uhr, Abfahrt um 8 Uhr. Wieder die in unseren Augen “Waschbrettpiste” und Asphaltstraße in sehr schlechtem Zustand. In Suoyarri gab es wieder die Möglichkeit in einem kleinem Supermarkt einzukaufen. Wir haben fast jeden Abend gemeinsam gekocht.
Wir hielten an einem großen Soldatengrab mit reichlich zerschossenen Helmen aus dem russisch-finnischen Krieg, die in dem Waldstück gefunden wurde. Leider auch hier entspricht die Mentalität der russischen Bevölkerung nicht unserer. Viele Zigarettenkippen lagen um und auf dem Grab verteilt.
Weiter ging die Fahrt. Unter einer Brücke mit angegebenen 3,50 mir. Passten wider Erwarten alle durch und auch die Brück mit der zulässigen Traglast von 4 Tonnen hat Marios 14 Tonnen ausgehalten.
Abends mussten wir längere Zeit nach einem Platz suchen, der ausreichend groß genug für alle Fahrzeuge war. Wieder an einem See gelegen, ungestört, allerdings wie immer mit Mücken gesegnet und diesmal auch noch reichlich Ameisenhaufen. Wir haben darauf geachtet, keinen davon zu zerstören, auch wenn dies mit ein wenig Rangiererei verbunden war.
Dann die Abendbilanz. Unsere Fahrzeuge hatten unter den Straßenverhältnissen ganz schön gelitten. Michael: Kühler dicht, aber Dachgepäckträger an drei Stellen gebrochen. Mario: Kofferlagerung angerissen, Wassertank gelöst, Wasserfaßhalter an drei Stellen gerissen. Speed: Öleinfüllstutzen abgerissen. Also gab es wieder einen Abendworkshop mit Schweissen und sonstigen Instandsetzungen.

Wir sind zwar zerstochen ohne Ende und unsere Fahrzeuge fallen auseinander, aber wir sind alle verdammt glücklich und haben viel Spaß.


gefahrene Kilometer: 242km

05.07.

05.07.

Dienstag: Heute ging es auf die in unseren Augen Rüttelpiste, die aber ganz normale russische Straßen sind. Mit und ohne Asphalt, aber jede Menge Schlaglöcher und Bodenwellen. Wir besichtigten eine Kirche auf einer Kirche, einen traditionellen russischen Friedhof, kauften in Sortavala den regionalen Beerenlikör und einen Kräuterschnaps, eine Art russischer Jägermeister. In ……… besichtigten wir das kleine Heimatmuseum. Am Abend standen wir wieder auf einem traumhaften Platz am See mitten im Wald. Es gab wie immer reichlich Mücken.
Am Unimog wurde festgestellt, dass der Kühler undicht war. Also wurde er ausgebaut, gelötet und wieder eingebaut. Dank guter Planung waren wir mit Werkzeug bestens ausgerüstet (bis auf die fehlende Klospirale J ).

04.07.

04.07.

Für Montag hatten wir eine kurze Stadtrundfahrt mit dem Minibus und Dolmetscherin gebucht, um wenigstens einen groben Überblick von St.Petersburg zu bekommen. Teilweise kamen wir uns dabei wie japanische Touristen vor. Hier eine kurze Fotopause, da 10 min. zum Gucken und weiter ging es.Während die Dame uns Geschichtliches zu vermitteln versuchte, waren einige, mich eingeschlossen, doch mehr an den diversen Allrad- und Militärfahrzeugen interessiert. ;-)
Nach der Besichtung fuhren wir mit unseren Fahrzeug erst einmal einkaufen. Ziel war ein großer Real-Markt. Unterwegs sahen wir auch Ikea und Obi. Auf dem Parkplatz angekommen, wollte uns der Wächter wegen der zu großen Fahrzeuge vertreiben, aber dank Iwona durften wir dann doch einkaufen. Das Warenangebot war reichlich und entsprach dem europäischen Niveau. Wir sollten allerdings auch noch die typisch russischen Märkte kennenlernen.
Nach dem Einkaufen fuhren wir Richtung Karelien. Wir verbrachten die Nacht auf einer Wiese im Wald an einem nahen See. Die Gegend ist einfach traumhaft. Störend ist allerdings der Müll, den die Russen einfach liegenlassen. Teilweise wird er in vorhandene Erdlöcher geworfen. Dem wollten wir uns aber nicht anschliessen und haben brav unseren Müll wieder mitgenommen und in den örtlichen Müllbehältern entsorgt.

04.07.

03.07.

Am Sonntag trafen wir Mariusz und Iwona um 8.40 kurz vor Narva. Im Konvoi ging es zu einem Sammelparkplatz, wo wir die Reservierungsnummern vorbestellt hatten. Auf dem Weg dorthin standen unzählige LKW am Straßenrand in der Warteschlange, an denen wir vorbeifahren konnten. Am Sammelplatz mussten wir alle in einen engen fensterlosen Kabuff, um unsere Nummern abzuholen. Zuerst musste die Dame allerdings von ihrem Vorgesetzten absegnen lassen, dass wir wirklich Wohnmobile fahren. Danach ging es quer durch die Stadt zur nächsten Warteschlange vor der estnischen Grenze. Ungefähre Wartezeit hieß es ca. eine Stunde. Dann ging es aber doch zügiger. Am Grenzübergang gab es große Augen bei den Beamten. Sowas hatten sie noch nicht gesehen. Sie studierten unsere Murmansk-Aufkleber und anhand ihrer Gesichter konnte man erkennen, dass sie uns für total bescheuert hielten. Die ersten Fotohandys wurden gezuckt und alle wollten einen Blick in die Fahrzeuge werfen. Die Grenzformalitäten erledigten sich ziemlich schnell, die Dame am Schalter sprach sogar deutsch. Reisepass und Fahrzeugpapiere wurden verlangt. Nur mit Martins Fahrzeugpapieren hatten sie Probleme, diese einzuscannen, da er noch einen Fahrzeugschein der alten Klasse besitzt. Dann durften wir nach und nach die estnische Grenze passieren und befanden uns für ca. eine Stunde im Niemandsland auf der Brücke über der Narva, bevor es auf der russischen Seiten weiterging. Dort mussten wir zuerst eine Aufenthaltsbescheinigung auf Englisch und eine Zollerklärung auf Deutsch (!) für unsere Fahrzeuge ausfüllen. Dann ging es zur nächsten Schranke. Dort warten und vorziehen. Wieder Blick ins Fahrzeuginnere, mehr nicht. Wieder eins vorziehen und auf die Papiere warten. Achja, und den EU-Heimtierausweis auch noch vorlegen. Alles wurde gescannt und abgestempelt. Die Beamten sprachen englisch. Dann ging es zur letzten Schranke, wo der Beamte auch noch einen Blick in Fahrzeug werfen wollte und dann waren wir endlich in Russland. Insgesamt hat der Grenzübertritt mit allen Fahrzeugen ca. 4 Stunden gedauert. Wir wurden freundlich behandelt. Trotzdem war es eine Hilfe, dass Iwona uns mit ihren Sprachkenntnissen zur Seite stand.

In Russland wechselten wir zuerst Geld und fuhren dann Tanken. Der Literpreis für Diesel liegt bei 0,60 €. Wir fuhren zum einzigen Campingplatz von St.Petersburg, dem Hotel Olgino. Ein Hotelklotz, der seine besten Zeiten schon lange hinter sich hat. Auf dem Campingplatz, wenn man ihn denn so nennen kann, standen wir zwischen Ruinen und heruntergekommenen Einraumhütten, die vermutlich zur Bespaßung mit Damen der damaligen Politprominenz dienten. Aber es gab ein Sanitärhäuschen mit drei Toiletten und drei Gemeinschaftsduschen, sehr einfach, aber auch sehr sauber.
Zwischenzeitlich hatte unser Kühlschrank seinen Geist aufgegeben. Die Esswaren für die Kühlung verteilten wir kurzerhand auf die anderen Fahrzeuge. Abends kam noch Ilja, der auch Mitglied in der Allrad-LKW-Gemeinschaft ist, mit Freunden und Familie vorbei. Es wurde viel über Technik geredet, teileweise mit Iwonas Hilfe, teilweise in Englisch und mit Händen und Füssen. Die Fahrzeuge begeisterten und es wurden jede Menge Fotos gemacht. Es war sehr nett und hatte etwas von einem kleinem Allradtreffen.
13.07.2011

Wir befinden uns nun kurz hinter der norwegischen Grenze. In Russland hatten wir kein Internet. Die Verbindung hier in der Pampa ist sehr schlecht. Ich werde versuchen, die Geschehnisse der vergangenen Tage reinzusetzen.



12.07.2011